Über Lederhalsbänder steht überall dasselbe. Edel, robust, entwickelt eine schöne Patina, will gepflegt werden, nicht auf die Heizung legen. Stimmt ja auch alles irgendwie. Nur ist es so oft wiederholt, dass es niemandem mehr hilft.
Wir machen hier in Essen Hundehalsbänder aus Fettleder, also aus dem Material, über das gleich die Rede ist. Beim Recherchieren für diesen Text sind uns drei Sachen aufgefallen, die in Foren ständig beklagt, auf Verkaufsseiten aber fast nie ehrlich erwähnt werden. Genau die kriegst du hier.
1. Gefärbtes Leder kann auf hellem Fell abfärben
Das ist der Punkt, der uns selbst am meisten beschäftigt, weil er ehrlich gesagt unbequem ist. Eingefärbtes Fettleder kann Farbe abgeben, vor allem wenn es nass wird und am Fell reibt. Bei einem schwarzen Labrador fällt das nie auf. Bei einem schneeweißen Hund kann am Hals ein verfärbter Streifen zurückbleiben, der sich nicht einfach wegwaschen lässt.
In Hundeforen ziehen sich diese Klagen über Jahre, und zwar quer durch alle Materialien, von der Metallkette bis zum Nylonband. Beim gefärbten Leder ist es nicht anders. Auf den meisten Verkaufsseiten liest man davon kein Wort.
Unser Fettleder gibt es nur in gefärbten Farben, eine ungefärbte Naturvariante haben wir nicht. Wenn dein Hund einen sehr hellen, langen Hals hat und gern durch jede Pfütze marschiert, solltest du das mitbedenken. Eine etwas dunklere Lederfarbe läuft bei Nässe mehr gefahr, sich am Hundefell einzuarbeiten, als ein zartes Hellbeige. Und ein Hund, der ohnehin meist im Geschirr läuft und das Halsband eher trägt als beansprucht, hat das Problem kaum. Wir sagen dir das lieber vorher, als dass du dich hinterher über einen pinken Hals ärgerst.
2. Die Farbe auf dem Foto ist nicht immer die Farbe nach einem Jahr
Je nach Gerbart verhält sich das Leder anders.
Pflanzlich gegerbtes (z.B. heißgefettetes) Leder entwickelt eine wunderschöne, dunklere Patina. Hier kommt die Überraschung, die fast keiner auf dem Schirm hat: Leder dunkelt nach. Nicht nur ein bisschen. Sobald du es mit Lederfett oder Öl pflegst, was du tun solltest, wird es spürbar dunkler. Helles Leder besonders deutlich. Dazu kommt das Hautfett deines Hundes, das über Monate einzieht und ebenfalls nachdunkelt.
Unser Tipp für heißgegerbtes Fettleder: Wähl die Farbe, die dir nach einem Jahr gefällt, nicht die vom ersten Tag. Wenn du unsicher bist, geh eine Spur heller als dein Wunschton, das Nachdunkeln erledigt den Rest von allein.
Chromgegerbtes Fettleder dagegen ist farbstabiler, das heißt: Das frische Cognac, das du im Konfigurator anklickst, ist bleibt die Farbe, die dein Hund in einem Jahr trägt. Es wird nur bedingt tiefer, wärmer, gebrauchter. Wer das schön findet und als ganze Reiz an Leder ansieht, sollte nach heißgegerbtem Leder suchen. Aber wer ein bestimmtes zartes Pastell will und erwartet, dass es zart bleibt, ist bei uns genau richtig.
3. "Chromgegerbt" heißt nicht "pflanzlich"
Beim Thema Gerbung wird im Netz gern Angst geschürt oder mit Naturversprechen geworben. Hier die saubere Version, ohne in die eine oder andere Richtung zu schwindeln.
Die meisten Leder weltweit werden chromgegerbt, unseres auch. Das ist schnell, farbstabil und ergibt ein von anfang an weiches, pflegeleichtes Material. Daneben gibt es pflanzlich gegerbtes Leder, das langsamer reift und anders altert.
Wichtig zu wissen, weil es ständig verwechselt wird: "chromfrei" bedeutet nur, dass das Chromsalze durch andere Gerbstoffe ersetzt wurde, nicht dass es pflanzlich sein muss. Es gibt auch alternative synthetische Stoffe und Metallsalze, die Aluminium oder Zirkonium, die ebenso zum Gerben eingesetzt werden. Wer wirklich rein pflanzlich gegerbtes Leder will, muss gezielt danach fragen.
Bleibt die Frage, die dahintersteht: ist Chrom am Hundehals ein Problem? Für die allermeisten Hunde nicht. In Europa wird mit dem unbedenklichen Chrom III gegerbt, und obwohl Millionen Menschen täglich chromgegerbtes Leder als Schuh oder Gürtel auf der Haut tragen, sind dokumentierte allergische Reaktionen ausgesprochen selten. Relevant wird es höchstens, wenn dein Hund eine bekannte Kontaktallergie hat. Dann ist rein pflanzlich gegerbtes Leder die sichere Wahl, und dann sind wir ehrlicherweise nicht der richtige Anbieter für dich. Für alle anderen ist das kein Thema, über das man sich den Kopf zerbrechen muss.
Und wann ist Leder dann die richtige Wahl?
Wenn dir Haptik und Charakter wichtiger sind als reine Pflegeleichtigkeit. Leder fühlt sich warm an, wird mit den Jahren schöner und ist erstaunlich langlebig, solange du es nicht im Wasser ertränkst und ab und zu fettest. Für den Hund, der jeden See als persönliche Einladung versteht und dreimal die Woche im Matsch landet, ist abwischbares Biothane oft der entspanntere Begleiter. Für den Hund, der sein Halsband mit Würde trägt, ist Leder schwer zu schlagen.
Welche Farbe und Breite zu deinem Hund passt, und wie du den Halsumfang richtig misst, findest du in unserer Messanleitung. Und wenn du dein Lederhalsband zusammenstellen willst, geht das im Konfigurator. Unsicher, ob Leder oder ein anderes Material? Einfach fragen, bevor wir loslegen.
Glück auf!